28. Februar 2018
Also, ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe in meinem Kleiderschrank jede Menge Kleidungsstücke, die mir zwar schon seit Jahren nicht mehr passen, die aber doch „noch gut sind“. Meine Schwester bekommt regelmäßig Nervenzusammenbrüche, wenn sie bei einem meiner diversen Umzüge schicke Blazer (mit Schulterpolster) oder stapelweise Jeans in Größe 42 einpacken soll. Und Freundin Heike war kurz davor mir die Freundschaft zu kündigen, als wir (auch für einen Umzug) ziemlich viele Kisten mit Schuhen gepackt hatten und dachten wir wären fertig. Dann ging sie zur Toilette und hinter der Tür hing so ein Teil für …. Schuhe. Hmpf. Sie hat gesagt, bei meinen nächsten Umzug (wahrscheinlich noch in diesem Jahr) wird sie leider verreist sein.
Ihr seht, worauf ich hinaus will: Ich kann mich nur sehr schwer von Dingen trennen. Speziell von Kleidung, weil es ja sein könnte, dass man da doch mal wieder reinpasst. Leider trifft das nicht nur für zu enge Klamotten zu, sondern auch für die großen. Es ist ja gar nicht so einfach, schöne Sachen in Übergrößen zu bekommen. Also wird fleißig aufgehoben und gehamstert.

Aber dieses Mal versuche ich einen neuen Angang. Ich werde die Sachen, die mir nicht mehr passen, weggeben oder (manche sind wirklich sehr alt …) wegschmeißen. Und den Anfang habe ich heute gemacht: Ich habe mich von meiner saugemütlichen, grauen Schlupfhose getrennt. Ja, es war nicht einfach. Wir haben beide geweint, aber eingesehen, dass wir nicht mehr miteinander können.



So. Der Anfang ist gemacht. Gerade jetzt mit dem langsam einsetzenden Frühling kehrt die Energie zurück. Zum Entrümpeln. Ich entrümpele meinen Kleiderschrank. Und meinen Schuhschrank (versprochen, Heike). Dann nehme ich mir die „Steh-rümchen“ vor und die Pflanzen, die einfach nicht mehr schön aussehen, aber trotzdem mein Wohnzimmer zieren. „Schon wieder lauter Vorsätze“, höre ich euch schon sagen und ihr habt ja recht. Aber die wichtigste Entrümpelung läuft ja schon, nämlich die, meinen Körper von überflüssigem Gerümpel zu befreien. So sind es nach der achten Woche 7,3 kg weniger – freu!
Und während ich das so schreibe, muss ich an ein Buch denken (du wahrscheinlich auch, Dorothea in England): Ophelia lernt schwimmen. Es handelt von einer vierzigjährigen Frau, die nach Paris kommt, um sich der französischen Liebeskunst zu widmen – sehr erfreulich. Es ist schon ewig her, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich kann mich deutlich daran erinnern, dass Ophelia ihren Mittagsschlaf immer auf einem bestickten Kissen gehalten hat. Darauf stand: Schmeiß den Krempel über Bord. (Eventuell stand da auch „Schmeiß den Grempel über Bord“ – nicht die fränkische Variante für Krempel, nein, sondern ein Schreibfehler der stickenden Oma. Bin aber nicht mehr sicher. Hat jemand das Buch noch und kann mal nachschauen?)
Dieser Satz beschreibt für Ophelia sinnbildlich das Loslassen von alten Gewohnheiten, angestaubten Einstellungen und materiellen Dingen. Das trifft es doch sehr genau und so beschließe ich dass dies mein neuer Wahlspruch ist. Dementsprechend lautet der Tipp der Woche:

Hallo uli,
das sind doch schon echt tolle Ergebnisse!! Freu mich für Dich!!!!
Übrigens, das Teil für die Schuhe war damals beim Umzug dreifach belegt und ich erinnere mich noch sehr gut daran…
Dreifach belegt? Das kann doch gar nicht sein!!!
Sehr gute Aktion. Und 7,3 kg – super!!! Gute Besserung und weiter so! ?
Dankeeeeee!
Hallo Uli,
bin auch in der aktuellen Lebeleichter-Gruppe. Und ich habe die gleichen Probleme wie du mit Ausmisten, Loslassen. Ich dürfte dir jetzt kein Bild von meinem Kleiderschrank und Schuhschrank schicken. Aber ich werde jetzt auch dran gehen und entrümpeln. Lebe leichter als Motto gibt mir den Ansporn.
Das stimmt. Lebe leichter bezieht sich ja nicht nur aufs Gewicht, sondern auf viele Bereiche des Lebens. Wir bleiben dran!!!
Liebe Uli, Kremppel. Einen Buchstaben zuviel gestickt. LOL.
Und ob ich mich an das Buch erinnere!
Und nun noch einen Tipp von meiner Tante Ulla: Ein geliebtes Kleidungsstück niemals in den Müll werfen (das tut zu weh), sondern sorgfältig ein paar Lappen daraus herstellen. Damit kann man zum Beispiel den wenigen Schuhen, die man liebt und trägt, einen neuen Glanz geben. Oder die Screen, auf der Du diese Artikel schreibst, erstrahlen lassen.
Viel Erfolg auf Deiner Reise. Doro
Doro, ich habe herzlich gelacht – und ich erinnere mich, es war der Kremppel! Der Tipp mit den Lappen ist phantastisch. Bin mir aber nicht sicher, ob ich aus Lieblingsklamotten Lappen machen kann. Vielleicht aus Mittel-Lieblingsklamotten. Lieblingsklamotten verstecke ich beim Umzug so, dass Heike und Alex sie nicht sehen und behalte sie heimlich 😉
Hallo Uli! Klamotten verstecken kannst du ja gerne machen. Alex und ich sind bei deinem nächsten Umzug im Urlaub. Versprochen!?
Mpfm
Super Uli!!! Weiter so!!! Mit allem!!! Ausmisten innen und außen und Schreiben! Das liegt dir im Blut. Freu mich schon auf den nächsten Bericht und hab mich in deine Mailliste eingetragen.
Danke, liebe Doro!
Hallo Uli, Sie schreiben so nett und klug und unterhaltsam! Ich möchte mehr und mal wieder was von Ihnen lesen!
Liebe Grüße von Birgitt
Danke für das tolle Feedback. Hatte so viel um die Ohren. Aber ich bastele schon an einem neuen Eintrag …
Hallo Uli.
Jeden Tag schaue ich gespannt, wie ein Flitzebogen nach, ob du wieder eine deiner herrlichen Geschichten zum Besten gibst.
Geht es dir gut?
Alles klar bei dir?
LG Tanja Kilian
Hallo Tanja, alles gut bei mir. Nur viel Wallung. Arbeite an einem neuen Eintrag pünktlich zu unserem Kursende …